Ab 1. 1. 2000 bewahrt eine engere Verknüpfung mit der Hardware
OEM-Software vor illegaler Installation
Um seine Betriebssysteme künftig wirksamer vor illegalen Installationen zu schützen, wird Microsoft seinen
OEM-Partnern eine Technologie zur Verfügung stellen, mit der die OEM-Software-Produkte Windows 95, 98,
NT und 2000 im kommenden Jahr technologisch enger an die mit ihr vertriebene Hardware gebunden werden.
Die neuartige Verknüpfung von PC und Betriebssystem erlaubt Anwendern, OEM-Software nur auf der
dazugehörigen Hardware-Plattform einzusetzen. Wird beispielsweise unrechtmäßig versucht, eine OEM-Version
von Windows 98, die zusammen mit einem entsprechenden PC erworben wurde, auf einen anderen Rechner zu
kopieren, scheitert die Installationsroutine.
Die juristische Situation bleibt von der engeren Verknüpfung von Software und Hardware im OEM-Geschäft
unberührt: Microsoft OEM (Original Equipment Manufacturer)-Software durfte und darf aufgrund von
Microsoft Lizenzbestimmungen nur in Verbindung mit Hardware verkauft und eingesetzt werden. Ein
entsprechender Aufdruck auf den Produkten weist unmißverständlich auf diesen Sachverhalt hin. Rein technisch
war es aber bisher möglich, die Software illegal mehrfach zu installieren und einzusetzen.
Von unseren Handelspartnern und Endkunden, aber auch durch eigene Beobachtung wissen wir, daß OEM-
Ware selbst oder die Bezeichnung OEM leider immer wieder mißbraucht werden, um lizenzwidrige, verbotene
Geschäfte zu tarnen. Gängig ist dabei zum einen das getrennte Verkaufen von CDs mit OEM-Software und der
eigentlich dazugehörigen Hardware als eigenständige Vollprodukte" erläutert Rolf Schauder, Direktor der OEM-
Abteilung der Microsoft GmbH. Mit unserer neuen, technologisch individuellen Lösung treten wir diesen
illegalen Handelspraktiken entschieden entgegen. Mit der Kopplung von Hard- und Software stellen wir die
Einhaltung der Lizenzbedingungen sicher, unter denen Microsoft-Produkte vertrieben werden und daß die
Verträge, die Microsoft mit seinen OEM-Partnern abgeschlossen hat, auch von Dritten respektiert werden."
Technische Hintergründe der neuen" OEM-Produkte
Ab dem ersten Januar 2000 bekommt der Käufer, wenn er einen PC mit einem vorinstallierten OEM-
Betriebssystem kauft, ein Handbuch, einen Online-Lizenzvertrag und ein auf das Gehäuse dieses Rechners
geklebtes Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity, COA) ausgehändigt. Des weiteren entscheidet der PC-
Hersteller, ob er dem Endkunden eine an das jeweilige BIOS gebundene Recovery-CD mitliefert oder das
Betriebssystem auf einer geschützten Partition der Festplatte zur Verfügung stellt.
Microsoft realisiert diese spezielle Verbindung von OEM-Software mit der Hardware in enger Zusammenarbeit
mit seinen Partnern und individuell auf deren Rechner abgestimmt. Die konkrete Umsetzung wird sich abhängig
vom Produktionsprozeß des jeweiligen Systemherstellers von einem OEM-Partner zum anderen unterscheiden.
Grundsätzlich ist der Kopierschutz so in das Komplettsystem integriert, daß die Software zur Erkennung der
zugehörigen Hardware im BIOS nach dem entsprechenden Zeichensatz des jeweiligen Herstellers sucht.
Dies gilt für alle OEM-Partner (Lizenzkunden), die einen direkten Lizenzvertrag mit Microsoft abgeschlossen
haben. Andere PC-Hersteller (sogenannte Systembuilder), die über die OEM-Distribution Microsoft DSP
(Delivery Service Partner)-Produkte beziehen und mit ihren selbst hergestellten PCs vertreiben, sind von dieser
Regelung nicht betroffen. Hier wird weiterhin eine original Microsoft-CD Bestandteil des DSP-Produktes sein.
Quelle: Microsoft Monatsspiegel 1/2000
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