Übersicht:
1. Viren und Würmer
Kostenlose Software
2. Mal- und Adware, Dialer
Browser-Sicherheit
3. Firewall
Messenger-Spam
4. Spam und ganz aktuell: Wümerspam
"Phishing"
Anti-Spam Tools
Aus (immer noch) aktuellem Anlaß möchten wir auf häufig wiederkehrende Probleme hinsichtlich Viren, Mail-Würmer und Email-SPAM eingehen. Wir haben den Eindruck, daß in der letzten Zeit vermehrt ein Bild von der Nutzung des Internet entstanden ist, die eine gewisse "Gefahr" mit sich bringt und vor der man sich schlimmstenfalls nur durch eine totale 'Abstinenz' schützen kann. Diese Unsicherheit wird durch das mehr oder weniger sachliche Informationsangebot zu diesen Themen scheinbar noch verstärkt. Der typische Lebensmitteldiscounter- und Flächenmarkt-Kunde, der seine diesbezüglichen. Fragen allenfalls im Bekanntenkreis loswerden kann, ist vom dem ganzen 'Fachchinesisch' schnell überfordert und erhält darüber hinaus teilweise die widersprüchlichsten Informationen.
Wir haben uns deshalb bemüht, die größten 'Problemzonen' in vier Bereiche zu
gliedern und die aus unserer Sicht besten Lösungen für Einzelplatz-PCs kurz vorzustellen.
1. Viren und Würmer
Computerviren "feierten" vor kurzem
20jähriges Bestehen und sind schon seit einigen Jahren aus dem
Computeralltag - wohl oder übel - nicht mehr wegzudenken. Daher ist ein
Virenscanner heutzutage für den aktiven Internetnutzer beinahe obligatorisch,
auch wenn derjenige, der nicht ständig aus dubiosen Quellen Software lädt oder
häufig ausführbare Programme per Mail zugesandt bekommt, nicht notwendigerweise
permanent einen Virenscanner im Hintergrund laufen lassen muß. Dennoch sollte
man bei Bedarf Zugriff auf ein aktuelles Antivirenprogramm besitzen.
Eines der bekanntesten Antivirenprogramme ist sicherlich
"Norton Antivirus". Dieses zeichnete sich in der Vergangenheit zwar durch eine
zuverlässige automatische Aktualisierung aus, die bei anderen Programmen leider
nicht immer funktionierte. Allerdings ist diese Software mittlerweile so 'umfangreich'
und klinkt sich so tief in das System ein, daß vor allem etwas ältere Rechner spürbar
verlangsamt werden. Auch die Reaktionszeiten bei wichtigen neuen Schädlingen waren
in der jüngsten Vergangenheit bei fast allen Mitbewerbern deutlich kürzer.
Aufgrund schon lange währender Unzufriedenheit mit Symantecs Antiviren-Software
und unseren jüngsten schlechten Erfahrungen mit dem Support möchten wir anstelle
von Norton zu anderen Antiviren-Lösungen raten. Für den umsichtigen Privatnutzer
sollte in der Regel eines der beiden kostenlosen Programme bereits genügen.
Als ressourcenschonender als die aufgeblähte Symantec-Suite erwies sich in unseren Tests PC Cilin von Trend Micro, das auch bei aktivem Echtzeit-Scan den PC nicht so spürbar verlangsamt wie die meisten anderen Produkte. Eine 30-Tage-Testversion ist als Download auf der Herstellerseite verfügbar, leider ist es jedoch nur noch als Bestandteil der Suite "Internet Security" (Virenscanner, Firewall, Spam-Tool etc.) erhältlich. Allerdings leistete sich auch diese Suite in älteren Versionen den einen oder anderen Patzer in ernstzunehmenden Tests. Die perfekte Antiviren-Software mit einem 100%-Schutz wird es indes ohnehin niemals geben.
Mit die beste Erkennungsleistung bei gleichzeitig guter Bedienbarkeit und akzeptabler Geschwindigkeit bietet derzeit wohl F-Secure, das die leistungsfähige Suchengine des russischen Spezialisten Kaspersky nutzt. Eine kostenlose Testversion ist nach einmaliger Registrierung erhältlich.
Empfehlenswert ist daneben noch die Software des ungarischen Herstellers bitdefender, der recht umfassende Informationen zu den aktuell verbreitetsten Viren liefert. Auch dessen Software gibt es in einer "Light"-Version für private Anwender zum kostenlosen Gebrauch. Die kostenlose Variante scannt allerdings nicht in Echtzeit im Hintergrund, sondern jeweils nur auf Anforderung in ausgewählten Laufwerken bzw. Verzeichnissen. Als "zweite Meinung" oder auch zum Desinfizieren von nachweislich befallenen Systemen ist es durchaus nützlich.
Kostenlos für private Anwender ist die durchaus leistungsfähige (Windows-)Software
Antivir Personal Edition des
deutschen Herstellers Avira
(ehemals H+BEDV). Nach unserer Erfahrung ist diese Software zuletzt
stark verbessert worden und dürfte für viele Heimanwender bereits ausreichend sein.
Wer kein Problem mit englischsprachiger Software hat, kann sich alternativ das für
privaten Gebrauch kostenlose
AVG Free Edition anschauen. Gegenüber Antivir hat es einen etwas größeren Funktionsumfang
(z.B. Email-Scan) und bietet intelligentere Updates. Privat setzen sämtliche
Mitarbeiter bei Data Division inzwischen zur vollen Zufriedenheit auf AVG. AVG ist
eines der wenigen Antiviren-Programme, die auch im abgesicherten Modus von
Windows funktionieren.
Ein weiteres brauchbares (und für Privatanwender kostenloses) Programm ist
avast! Antivirus. Hierfür muß man sich lediglich per Email registrieren und
kann das Programm für ein Jahr lang nutzen. Ohne Registrierung läßt sich das
Programm 90 Tage nutzen. avast! bietet z.T. mehrere Updates täglich und scannt
ebenfalls den E-Mail-Verkehr und sogar Messaging- und P2P-Programme. Auch avast!
verhält sich verglichen mit dem Funktionsumfang noch recht ressourcenschonend
und ist auf Wunsch auch in Deutsch erhältlich.
Ein sog. 'Removal-Tool' für die jeweils aktuell gefährlichsten/verbreitetsten
Viren und Würmer ist McAfees kostenloses Programm
Stinger, das die gut
50 häufigsten Viren/Würmer inkl. deren Varianten erkennt und entfernt.
Ungleich mächtiger ist das Tool "Sysclean"
des Antivirenherstellers TrendMicro.
Neben dem 2,5MB großen Archiv mit dem Removal-Programm benötigt man die
aktuellen
Virendefinitionen, die auch für die Vollprodukte verwendet werden. Damit ist
die Bandbreite an erkennbarer Schädlingssoftware äußerst hoch.
Eine Sonderstellung nahmen in der Vergangenheit Trojanische Pferde bzw. sogenannte
"Backdoor"-Programme ein, deren Ziel es zumeist ist, geheime Daten wie Paßwörter
auszuspähen oder den Rechner "fernzuwarten", wie etwa das bekannte
Back Orifice.
Obwohl nicht ganz korrekt, hat es sich im laufe der Zeit eingebürgert, diese kurz
als "Trojaner" zu bezeichnen. Inzwischen sind die verschiedenen Schädlingsarten
aber immer mehr miteinander verschmolzen, so daß eine klare Abgrenzung oft schwer
fällt. So besaßen die letzten verbreiteten Würmer neben der eigentlichen Verbreitungsroutine
auch alle eine "Hintertür", über die entweder weitere Spionageprogramme (Keylogger
etc.) eingeschleust werden oder die Rechner schlicht ferngesteuert werden konnten,
z.B. für DDOS-Attacken oder Spam-Versand.
Für die Gattung der sog. Trojaner gibt es spezialisierte Software wie z.B.
The Cleaner oder
Trojan Hunter. Beide Programme
lassen sich kostenlos ausprobieren.
2. Mal- und Adware, Dialer
Eine andere potentielle Gefahrenquelle sind sog. Dialer, die durch - teilweise unbemerkte
- Einwahl zu teuren 'Servicenummern' schon bei einmaliger Einwahl hohe Telefonkosten
verursachen können. Um sich dauerhaft gegen Dialer zu schützen, empfiehlt sich eine
Überwachungssoftware wie YAW, allerdings
sollten vernünftige
Sicherheitseinstellungen
des Browsers sowie ein gewisses Mißtrauen gegenüber sämtlicher "Zugangssoftware",
zu deren Installation man evtl. aufgefordert wird, das Risiko ohnehin stark begrenzen.
Auch spricht für Windows-Nutzer nichts gegen den regelmäßigen Besuch der
Windows-Update Seiten
von Microsoft.
Browser-Sicherheit
Seit der Integration des Internet Explorer in das Windows-Betriebssystem ist es
für einen Großteil der Nutzer selbstverständlich geworden, mit diesem auch im Internet
zu surfen. Mittlerweile sprechen aber das Bekanntwerden von Sicherheitslücken im
Wochentakt, das Fehlen von Komfortmerkmalen anderer moderner Browser sowie die große
Anfälligkeit gegenüber Spyware recht deutlich gegen die Verwendung des Internet
Explorer.
Komfortabler, schneller und - zumindest solange sie noch nicht das Lieblingsobjekt
von Malware-Programmierern sind - vor allem sicherer sind alternative Browser wie
der kostenlose
Firefox
oder der inzwischen ebenfalls komplett kostenlose norwegische Browser
Opera. Letzterer ist mittlerweile
zu einer kompletten Software-Suite angewachsen, die neben dem eigentlichen Browser
noch einen Mail-Client, einen Newsgroup-Reader, einen Reader für RSS-Feeds und ganz
neu sogar eine Sprachsteuerung enthält.
Firefox hat den Vorteil, daß er nicht nur kostenlos ist, sondern auch eine ganze
Reihe nützlicher Erweiterungen verfügbar sind, wie z.B. ein
Adblock-Plugin, mit dem sich lästige Werbebanner und Flash-Animationen unterdrücken
lassen.
Neben klassischer Spyware, die im harmlosen Fall Werbebanner auf die heimische Platte
schaufelt, gibt es auch diverse andere Malware ('Schädlingssoftware') wie Browser-'Hijacker',
die z.B. die Startseite manipulieren, Suchanfragen auf Bannerfarmen für die Erschleichung
von Provisionen umlenken oder schlimmstenfalls private Informationen des Anwenders
ausspionieren.
Hier bewähren sich die Programme
Ad-Aware
und Spybot Search&Destroy.
Gerade letzteres erkennt auch die gebräuchlichsten Dialer sowie andere Malware.
Zudem kann man damit seine Autostart-Programme verwalten und andere Systemeinstellungen
bequem vornehmen. Beide Programme sind kostenlos erhältlich und können regelmäßig
auf den neuesten Stand gebracht werden.
Als Ergänzung - gerade bei umfangreich "verseuchten" Systemen - hat sich zudem
AVG Anti-Spyware
(vormals "Ewido Anti-Spyware") bewährt. Ebenso wie AVG Free läßt sich AVG
Anti-Spyware (mit Einschränkungen) kostenlos nutzen.
Eine Sonderstellung nimmt der Hijacker "CoolWWWsearch" ein, der die Charakteristik
eines Trojaners besitzt und in vielen verschiedenen Variationen durch das Netz geistert.
An diesem bissen sich viele Removal-Tools in der Vergangenheit oft die Zähne aus, glücklicherweise gibt
es den darauf spezialisierten
CWShredder.
Das Einnisten von Spyware von vornherein verhindern möchte Spyware Blaster. Es "impft" das System ähnlich der Immunisierungsfunktion von Spybot und soll damit die hartnäckigsten Spyware-Parasiten bereits im Vorfeld abblocken. Die Idee ist vielversprechend - die Wirksamkeit konnten wir mangels objektiver Testverfahren jedoch noch nicht auf die Probe stellen.
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Benutzerrechte Inzwischen keine neue Erkenntnis mehr: Microsoft
Windows ist nicht zuletzt aufgrund der weiten Verbreitung das beliebteste
Ziel von Programmierern für Schadsoftware. Und obwohl gerade die inzwischen
bei Privatanwendern häufig genutzten Versionen Windows XP und Windows
2000 alles mitbringen, um mittels Rechteverwaltung schon die größte
Gefahr (nämlich die vor dem Bildschirm...) einzudämmen, surfen nach
unseren groben Schätzungen etwa 80% der Nutzer als Administrator - noch
dazu ohne ein gesondert vergebenes Kennwort. Im Falle eines Sicherheitslecks
haben Viren, Würmer, Dialer und Angreifer ein leichtes Spiel. |
3. Firewall
Software-Firewalls sind beim Gelegenheits-Surfer leider auch dazu geeignet, Paranoia
zu schüren. Wer mit einer (Modem)-Wahlverbindung im Internet ist, ist häufig gar
nicht lange genug online, um ein 'unbewegliches' Ziel darzustellen. Dennoch besteht
auch hier natürlich in der Theorie immer die Möglichkeit eines Angriffs und wie
der Wurm
w32.Blast gezeigt hat, kann es unter Umständen jeden treffen, der eine direkte
Verbindung ins Internet hat. Darüber hinaus sind bei den älteren Windowsversionen
die Voreinstellungen des DFÜ-Netzwerks leider so gewählt, daß der NetBIOS-Port vom
Internet aus zugänglich ist. Ob das bei Ihrem Rechner der Fall ist, können sie z.B.
bei Shields Up!
testen lassen (z.B. 'Common Ports' wählen). Ist der Port 139 offen, so ist in den
Einstellungen der jeweiligen DFÜ-Verbindung evtl. die Bindung an die Datei- und
Druckerfreigabe sowie an den Client für Windows-Netzwerke aktiv. Dies ist für eine
normale Internet-Einwahl nicht nur nicht nötig, sondern u.U. höchst gefährlich!
Diese Bindungen sollten also ggf. deaktiviert werden und im Anschluß noch einmal
die Verbindung mit z.B. ShieldsUp getestet werden.
Unangenehm aufgefallen ist uns in dieser Hinsicht der
SmartSurfer von Web.de.
Eigentlich ein nützlicher LeastCost-Router für Modem- und ISDN-Nutzer,
allerdings legte dieser in der Vergangenheit eine DFÜ-Verknüpfung mit Bindung an
die Datei- und Druckerfreigabe an und machte aus dem heimischen Rechner damit
das sprichwörtliche offene Scheunentor.
Sollten Sie den SmartSurfer verwenden, so überprüfen Sie bitte die Eigenschaften
der "SmartSurfer2000"-Verbindung im DFÜ-Netzwerk und wählen ggf. die
überflüssigen Bindungen (benötigt wird nur TCP/IP) bei Bedarf ab. In der
aktuellen Version sollte dieser Fehler mittlerweile behoben sein.
Das kostenlose ZoneAlarm bietet eine einfach zu konfigurierende Firewall. Allerdings sind viele Anwender von den anfänglichen Rückfragen und Warnmeldungen teilweise verwirrt. So wird das übliche 'Rauschen' im Netz (Pings etc.) schnell als "abgewehrter Angriff" deklariert, daher sollte man die Warnmeldungen auch nicht voreilig überbewerten. Im schlimmsten Fall sind die Nutzer davon genervt und schalten das Programm irgendwann komplett wieder ab - eine Gefahr, die übrigens auch bei allzusehr gängelnden Virenscannern durchaus gegeben ist.
Bislang war die
Kerio Personal
Firewall etwas ausgefeilter in den Konfigurationsmöglichkeiten und auch etwas
umständlicher in der Bedienung. Allerdings hat man sich (leider?) in der aktuellen
Version der Konkurrenz von Zone Labs deutlich angenähert. Manche Feineinstellung
ist dort leider nicht mehr möglich (Fortgeschrittene sollten sich evtl. nach der
älteren Version 2.1 umsehen).
Wer mit einem Router ins Netz geht, muß sich um eine zusätzliche Firewall normalerweise
nicht weiter kümmern, da der 'natürliche Schutz' durch NAT meist schon genügt. Darüber
hinaus lassen sich bei vielen Routern auch einzelne Ports schließen. Kritisch sind
vor allem die UDP-Ports 135, 137, 138 und 445 sowie die TCP-Ports 135, 139, 445
und 593. Diese sollte man am besten gleich im Router blocken lassen.
Messenger-Spam
Nach wie vor erhalten viele Internetnutzer während des Surfens merkwürdige Nachrichten
in einer Windows-Messagebox, die von Zeit zu Zeit aufpoppt. Dies rührt vom (in lokalen
Netzwerken durchaus nützlichen) Windows Nachrichtendienst her, der unter Windows
2000 und XP standardmäßig aktiv ist. Diese Nachrichten sind zwar an sich nicht gefährlich,
doch besteht innerhalb des Nachrichtendienstes eine
Sicherheitslücke, die längst noch nicht auf jedem System beseitigt wurde. Mehr
Informationen zu Messenger-Spam und eine Anleitung zum Abschalten des Dienstes finden
sich z.B. auf
Trojaner-Info.de.
4. Spam und ganz aktuell: Wümerspam
Für Spam gilt leider inzwischen: wer darauf angewiesen ist, eine öffentliche Email-Adresse
zu verwenden (z.B. als Website-Betreiber), der erhält unter Garantie bereits nach
kurzer Zeit unerwünschte Werbe-Emails (Spam). Das Sammeln von Email-Adressen
in Internet-Newsgroups ist
eine der ältesten Quellen für Spammer, so daß man dort als Absende-Adresse eine
"Müll"-Adresse (aber eine dennoch gültige!) eines Freemailers angeben sollte. Auch
geben unseriöse Anbieter häufig Kundendaten weiter, so daß man sich auf jeden Fall
mehrere Email-Adressen für unterschiedliche Zwecke anlegen sollte. Anbieter kostenloser
Email-Dienste wie z.B. GMX bieten
mittlerweile schon recht guten Spamschutz an, der bereits einen großen Teil der
unerwünschten Emails abblockt. Anbieter wie
despammed.com bieten eine kostenlose
Email-Weiterleitung mit Spamfilter. Erfahrungsgemäß werden dort jedoch Emails aus
Deutschland häufig fälschlicherweise als Spam behandelt. Dies bietet sich daher
z.B. eher für die "Reinigung" einer Usenet-Absenderadresse an.
In der letzen Zeit hat das Problem des "Würmerspam" stark zugenommen. Ein (Mail-)Wurm
hat im Gegensatz zu Viren oft keine eigentliche Schadroutine, sondern versucht in
erster Linie, sich massenhaft zu verbreiten. Der Wurm
Swen hatte neben der massenhaften Verbreitung (und der Belastung von Mailservern)
auch Effekte wie das Aussperren des Benutzers vom Registry-Editor zur Folge.
Natürlich ist ein solcher Wurm vom "Leichtsinn" der Benutzer abhängig, aber wie
die letzten Wurm-Wellen zeigten, scheint kein Dateianhang zu obskur zu sein, daß
nicht etliche Benutzer ihn doch zu starten versuchen. Auch kann nicht oft genug
betont werden, daß die Firma Microsoft niemals "Sicherheitsupdates" oder dergleichen
per Email versendet. Derartige Emails kann man also unbesehen löschen. Ähnliches
gilt auch für angebliche Signatur-Updates von Antivirenherstellern. Diese werden
ebenfalls nicht per Email verschickt (siehe der deutschsprachige Wurm
Sober).
Gegen das Problem, daß Email-Würmer Adressen aus lokalen Adreßbüchern und von beliebigen
Websites verwenden, um sich nicht nur weiterzuversenden, sondern auch um die Absenderadresse
der Wurm-Mail zu fälschen, läßt sich leider nicht viel unternehmen - außer, die
eigene Adresse nicht mehr als nötig öffentlich zu machen.
Denn eine Absenderadresse in einer E-Mail läßt sich genauso leicht fälschen wie
die eines klassischen Postbriefs. Die Absenderadressen bei von Würmern verschickten
Mails sind so gut wie immer gefälscht und haben mit den Inhabern der mißbrauchten
Adressen nichts zu tun. Sie brauchen den vermeintlichen Absender also nicht über
eine Infektion zu informieren. Alleine aus den Email-Headern läßt sich mit gewissen
Grundkenntnissen die Adresse des einzuliefernden Rechners ermitteln. Bei penetrantem
Virenversand könnte man diese (zusammen mit dem kompletten Header) zweckmäßigerweise
an den betreffenden Provider übermitteln, der sich dann ggf. an seinen Kunden wendet.
Dies sollte man allerdings fortgeschrittenen Anwendern überlassen, die genau wissen,
was sie tun.
"Phishing"
Stark zugenommen haben in jüngster Vergangenheit sog. "Phishing"-Versuche.
Darunter versteht man das Abfangen von Zugangsdaten, hauptsächlich aber von PIN
und TAN-Codes für Internet-Banking unter dem Deckmantel offizieller Schreiben
der jeweiligen Banken.
Um nicht auf Phishing hereinzufallen, genügt eigentlich die Erkenntnis, daß
keine Bank jemals ihre Kunden nach PINs und TANs fragen würde, schon gar nicht
per E-Mail. Auch die meistens in recht holprigem Deutsch daherkommenden Texte
sollten bei jedem Nutzer sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Um
Phishing-Attacken künftig zu erschweren, sollen kommende Versionen von FireFox
und auch dem Internet Explorer einen eingebauten Phishing-Schutz beinhalten.
Anti-Spam Tools
Für den "gewöhnlichen" Mail-Spam gibt es neben dem vorsichtigen Umgang mit der privaten
Mail-Adresse noch diverse Hilfsprogramme, die ein schnelles Filtern im Mail-Client
ermöglichen oder die Spam-Mails direkt auf dem Server löschen. Letzteres ist aber
mit gewissen Risiken verbunden (versehentliches Löschen erwünschter Nachrichten)
und für Nutzer mit schnellem Internetzugang empfiehlt sich daher ein lokales Filtern
auf dem heimischen Rechner. Ein kostenloses und umfangreich zu konfigurierendes
Tool ist SpamPal.
Wer mit einer verhältnismäßig langsamen Einwahlverbindung ins Netz geht, möchte
Spam vielleicht aber dennoch direkt auf dem POP-Server seines Providers löschen.
Dabei hilft das Freeware-Tool
Mailwasher, das leicht zu
konfigurieren ist und sich von erfahrenen Usern auch z.B. um weitere
RBLs erweitern läßt. Weiterer Vorteil: es läuft unabhängig vom verwendeten Mailclient
und kann in der (kostenpflichtigen) Pro-Version sogar die Postfächer von Freemailern
mit Web-Frontend (Hotmail etc.) säubern. Da das Löschen verdächtiger Mails nicht
automatisch geschieht, ist das Risiko einer versehentlichen Löschung hierbei relativ
gering.
Für ungeübte Anwender gibt es auch einfach zu bedienende kommerzielle Produkte,
wie z.B. Norton Antispam oder McAfee
Spamkiller.
Einige Email-Clients wie das kostenlose
Pegasus Mail bieten mittlerweile
ebenfalls einfache Regeln zur Erkennung von unerwünschten Inhalten. Noch besser
löst dies inzwischen der sehr leistungsfähige Open Source-Client
Thunderbird . Doch auch die übrigen Hersteller von Sicherheits-Software sind
inzwischen längst auf den Antispam-Zug aufgesprungen und bieten entsprechende Softwarelösungen
an.
Abschließend möchten wir darauf hinweisen, daß auch die aufgezählten Lösungen keinen 100%igen Schutz bieten. Denn um es einmal ganz hart mit den Worten unserer Eltern zu formulieren: gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. So konnten wir bereits in der 'Prä-Internet-Ära' feststellen, daß sich z.B. Viren (ein Problem, das ja durchaus schon länger bekannt ist...) in 99 von 100 Fällen über 'Sicherheitskopien' via Diskette vermehrten. Insofern können wir aus unserer Sicht nur empfehlen, halbwegs 'verantwortlich' mit der Technik umzugehen und sich daneben ein paar Grundregeln hinter die Ohren zu schreiben: